Paulin Paloma Klärner

Hoffnungsträger: Neuer Test sagt Alzheimer voraus

Prävention und Früherkennung gelten als stärkste Waffen im Kampf gegen Demenzerkrankungen. Ein neuer prognostischer Test zur Voraussage von Alzheimer bringt nun vielversprechende Ergebnisse.

Alzheimer: Das Problem mit der Therapie

Als großes Hindernis in Hinblick auf eine erfolgreiche therapeutische Intervention bei Alzheimer gilt unter anderem die Tatsache, dass die Erkrankung in den meisten Fällen nicht früh genug entdeckt wird. Demnach treten meist erst nach mehreren Jahren erste Symptome auf – zu spät, um Medikamente gezielt einzusetzen zu können. Neben der Prävention von Demenzerkrankungen gilt folglich die Früherkennung als großer Hoffnungsträger.

Ursachen für Alzheimer-Erkrankung immer noch unklar

Die genauen Ursachen für die Entstehung von Alzheimer sind nach wie vor nicht gänzlich geklärt. Eine ursächliche Therapie ist daher immer noch nicht möglich. Was man mittlerweile weiß: In den Gehirnen verstorbener Alzheimer-PatientInnen findet man Ablagerungen: Das Tau-Protein und das das Beta-Amyloid (Aß), beides Proteine, die bei Alzheimer an der Zerstörung von Nervenzellen beteiligt sind.

Die aktuelle Studienlage weist darauf hin, dass die Vorstufe von Beta-Amyloid, das Amyloid Precursor Protein (APP), als wichtigster Treiber des Krankheitsgeschehens bei Alzheimer gilt. Die größte Menge des APP ist in den Blutplättchen (Thrombozyten) vorhanden. Laufen an der Blut-Hirn-Schranke Entzündungsprozesse ab, werden Thrombozyten angelockt, APP wird aktiviert und schließlich in Aß-Bruchstücke gespalten, welche sich zu Oligomeren zusammenlagern.

Alzheimer-Früherkennung durch Bluttest

Ein neuer prognostischer Test, entwickelt von einem Forscherteam um Prof. Klaus Gerwert von der Ruhr-Universität Bochum, der vor kurzem im Fachjournal „Alzheimer's Research & Therapy“ vorgestellt wurde, soll dabei helfen, die Erkrankung vorauszusagen. Ein „Immuno-Infrarot-Sensor“ soll hierbei fehlgefaltetes Beta-Amyloid im Blut erkennen. „Wir können jetzt mit einem einfachen Bluttest an symptomfreien Personen mit subjektiven Bedenken das Risiko, in Zukunft an klinischem Alzheimer zu erkranken oder eben nicht, sehr präzise vorhersagen“, so Prof. Gerwert in einer Pressemitteilung.

Der Test wurde an 203 Personen mit einem Durchschnittsalter von 61 Jahren durchgeführt, die nicht an Alzheimer litten, jedoch angaben, bereits leichte kognitive Beeinträchtigungen aufzuweisen. Bei 22 der Probanden konnte fehlgefaltetes Aβ nachgewiesen werden. All jene 22 TeilnehmerInnen erhielten im Laufe der darauffolgenden sechs Jahre die Diagnose Alzheimer bzw. erkrankten an einer Alzheimer-Vorstufe. Je leichter die Aβ-Fehlfaltung, desto länger dauerte es laut Studie bis zum Einsetzen der Erkrankung. Die „Immuno-Infrarot-Sensoren“ sollen zukünftig in weiteren Untersuchungen zum Einsatz kommen.


Quellen:

https://alzres.biomedcentral.com/articles/10.1186/s13195-020-00738-8

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32848697/

 

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