Paulin Paloma Klärner

Die grauen Zellen bei Nacht (Teil 1): So aktiv ist unser Gehirn im Schlaf

Wir wissen, dass guter Schlaf für unsere körperliche und psychische Gesundheit unabdinglich ist. Doch was passiert eigentlich im Gehirn, während wir schlafen?

Wer glaubt, dass Körper und Geist beim Schlafen „eine Pause machen“ hat weit gefehlt. Schlaf optimiert ohne unser aktives Zutun zahlreiche Abläufe, die für unsere psychische und physische Gesundheit zentral sind: Von immunologischen Prozessen über die Regelung unseres Hormonhaushalts bis hin zur Verarbeitung von Erlebnissen und Erfahrungen. Dabei folgt er bestimmten Rhythmen.

Schlafrhythmen und ihre Aufgaben

Unser Schlaf hält sich an einen bestimmten Rhythmus aus mehreren Zyklen – grob eingeteilt in die Tiefschlafphasen und die REM-Phasen („rapid eye movement“). Während die Tiefschlafphasen laut Untersuchungen von relativ wenig Hirnaktivität geprägt sind, verbraucht unser Gehirn während der REM-Phasen in etwa gleich viel Energie wie in den Wachphasen. Während der aktiven REM-Phasen, die oft durch intensive Träume geprägt sind, werden in erster Linie emotionale (z.B. Angst, Freude) und prozessuale Erinnerungen („wie bediene ich ein Auto“) verarbeitet. In den ruhigen Tiefschlafphasen befasst sich unser Gehirn vor allem mit der Übertagung von Informationen aus dem Kurz- ins Langzeitgedächtnis.

Selektion von Informationen: Ein Gleichgewicht von Erinnern und Vergessen

Im Schlaf werden also die Erlebnisse des Tages verarbeitet und „unwichtige“ Erinnerungen und Informationen herausgefiltert. Laut der Hypothese zur „synaptischen Homöostase“ der SchlafforscherInnen Giulio Tononi und Chiara Cirelli, löscht unser Gehirn während dem Schlafen durch beabsichtigte Synapsenrückbildung gezielt Erinnerungen. Die WissenschaftlerInnen vermuten, dass diese selektive Reduktion der Anzahl und Verbindungen unserer Synapsen die Platz- und Energiereserven unseres Gehirns reorganisiert, um so wieder Raum für das Erlernen von neuen Erfahrungen zu schaffen.

Im 2. Teil unseres Artikels erfahren Sie, wie sich chronischer Schlafmangel auf die Funktionen unseres Gehirns auswirken kann.

 

Quellen:
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3921176/

 

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